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Abrechnungshinweise zur Füllungstherapie



Inhalt









  


Gem. § 28 Abs. 2 SGB V hat ein Kassenpatient Anspruch auf eine ausreichende und zweckmäßige zahnärztliche Behandlung.

Wählen Versicherte bei Zahnfüllungen darüber hinausgehende Versorgungen, haben sie die Mehrkosten selbst zu tragen.

In diesen Fällen ist die vergleichbare plastische Füllung als Sachleistung abzurechnen.

Die Mehrkostenregelung gilt nicht, wenn intakte plastische Füllungen (ggf. auch aus kosmetischen Gründen) ausgetauscht werden sollen.

Der Austausch intakter Füllungen ist keine Vertragsleistung.

Begleitleistungen sind neben Mehrkostenvereinbarungen nur dann als Vertragsleistung abzurechnen, wenn sie auch bei Erbringung der Vertragsleistung angefallen wären.

Nach den Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung haben Kassenpatienten Anspruch auf die Verwendung anerkannter und erprobter Füllungsmaterialien (z. B. Amalgam, Komposites) gemäß ihrer medizinischen Indikation.

Die aktuellen Gebrauchs- und Fachinformationen und Aufbereitungsmonographien sollen berücksichtigt werden. Alle danach indizierten plastischen Füllungen sind als Vertragsleistung zu erbringen.

Eine Trennung nach Frontzahn- und Seitenzahnbereich gibt es nicht.

Mit der Abrechnung der Geb.-Nr. 13 ist gemäß den Abrechnungsbestimmungen die Verwendung jedes erprobten und praxisüblichen plastischen Füllungsmaterials abgegolten, einschließlich der Anwendung der Ätztechnik und der Lichtaushärtung.

Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben entscheidet der behandelnde Zahnarzt mit medizinischem Sachverstand, welches Füllungsmaterial im individuellen Fall als Vertragsleistung als ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich in Frage kommt, bzw. ob über eine darüber hinausgehende Füllungstherapie eine Mehrkostenvereinbarung gemäß § 28 Abs. 2 SGB V mit dem Patienten, nach entsprechender Aufklärung, zu treffen ist.

Füllungen als Langzeitprovisorien, aus Glasiomeren bzw. Zementen sind keine Vertragsleistungen. Eine Füllung aus Glasiomeren oder Zementen käme nur dann als Vertragsleistung in Frage, wenn eine Versorgung zwingend erforderlich ist, aber ein Patient Amalgam und eine Mehrkostenvereinbarung ablehnt.

Im weiteren ist ggf. auch über kleinere Füllungen, wenn der Patient eine aufwendigere Füllungstherapie als die ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche wählt, eine Mehrkostenvereinbarung zu treffen.

Begleitleistungen sind bei der Mehrkostenvereinbarung bei Füllungen immer nur dann als Vertragsleistung berechnungsfähig, wenn sie auch bei Erbringung der einfachen Füllungsvariante angefallen wären.

Füllungen im Seitenzahnbereich nach den Geb.-Nr. 13e/f/g sind dann abrechenbar, wenn sie entsprechend der Adhäsivtechnik erbracht werden und Amalgamfüllungen absolut kontraindiziert sind.

Amalgamfüllungen sind nur dann völlig kontraindiziert, wenn der Nachweis einer Allergie gegenüber Amalgam bzw. dessen Bestandteilen gem. den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie erbracht wurde (Epikutan-Test)oder wenn ein Patient mit schwerer Niereninsuffizienz mit neuen Füllungen versorgt werden müssen.


   

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