Startseite  Hygiene  Fragenkatalog Hygiene  Autor: © Dr. Joachim Menges Layout: © Stefan Münz

Hygiene in Frage und Antwort


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1. Was versteht man unter Hygiene ? (Prüfungsfrage)

Hygiene   ist aus dem griechischen abgeleitet, wo  hygienios = der Gesundheit zuträglich  bedeutet. Die Hygiene ist ein Teil der Medizin und hier die Gesundheitslehre, die sich mit der Erhaltung und Förderung der Gesundheit des einzelnen Menschen (private Hygiene) oder der gesamten Bevölkerung (öffentliche Hygiene) befaßt

2. Was ist öffentliche Hygiene ? (Prüfungsfrage)

Teilgebiet der Medizin, welches sich mit der Erhaltung und Förderung der Gesundheit der gesamten Bevölkerung befaßt.

3. Was versteht man unter persönlicher Hygiene ? ( der Helferin )


Körperpflege, Körperreinigung

Die Haut wird von einem natürlicher Schutzfilm aus Hauttalg Fett und Wasser bedeckt. In diesem Schutzfilm halten sich nützliche Bakterien auf (sogenannte Kommensalen der Haut) die ständig absterbende Hautzellen und Sekrete der Schweiß- und Talgdrüsen zersetzen.

Insbesondere in feuchtwarmen Körperregionen (Achselhöhlen, Genital- und Analbereich) entsteht dabei Körpergeruch, der von den Mitmenschen als unangenehm empfunden wird.

Tägliches Waschen mit Wasser und Seife sollte deshalb Grundlage der persönlichen Körperpflege sein.

Da es sich bei dem Film der die Haut bedeckt um den sog. Säureschutzmantel der Haut handelt sollte er aber nicht vollständig entfernt werden, weil sich in ihm die Widersstandstoffe befinden, die uns vor schädigenden Bakterien, Pilzen und sonstigen chemischen Einflüssen schützt.

Deshalb ist darauf zu achten, daß dieser Film nicht von zu aggressiven Seifen zerstört wird.

Deshalb werden sogenannte PH neutrale oder alkalifreie Seifen empfohlen.

Mundhygiene:

Vorbildliche Mundhygiene ist eine Selbstverständlichkeit für die Zahnarzthelferin. Lassen Sie auch ihr Gebiß von Ihrem Chef sanieren. Es ist wie die Visitenkarte einer Praxis, wenn eine Helferin den Patienten mit einem strahlenden Lächeln gegenübertritt. Achten Sie auch darauf während der Woche keine Speisen zu sich zu nehmen, die zu Geruchsbelästigungen führen können.

4. Wie ist der Begriff "Gesundheit" definiert ? ( Zielvorstellung der WHO 1946)

Es ist der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens.

Das geht natürlich weit über die übliche Vorstellung von Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit und Gebrechlichkeit hinaus. Es berücksichtigt jedoch, daß Gesundheit auch vom seelischen Wohlbefinden und befriedigenden sozialen Beziehungen abhängig ist. Viele Krankheitssymptome sind auf seelische Ursachen zurückzuführen.

Hygienewissenschaftler bezeichnen Gesundheit als die Fähigkeit des Menschen sich an Krankheits- und Belastungssituationen anzupassen.

Beispiel :

  • In der Praxis sind alle den gleichen Belastungen ausgesetzt, aber die einen werden öfter krank als die anderen.
  • Nach dem Verzehr von hygienisch nicht ganz einwandfreien Speisen spürt der eine überhaupt nichts während der andere an Durchfall erkrankt.

Damit will ich sagen, daß Krankheit nicht einfach das Gegenteil von Gesundheit ist. Von Krankheit sprechen wir nur dann, wenn die normalen Lebensvorgänge in Organen und Organsystemen durch einen krankmachenden Reiz gestört werden. Diese Störung vermindert die Leistungsfähigkeit und ist an bestimmten Symptomen zu erkennen.

5. Grundbegriffe

( Arbeitsbuch Seite 17, Frage 1, - mögliche Prüfungsfrage, Klassenarbeit)

Gesundheit

Zustand des völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. (WHO 1946)

oder die Fähigkeit sich an Belastungs- oder Krankheitssituationen anzupassen.

Hygiene

Lehre von der Erhaltung und Förderung der Gesundheit

Immunität

Widerstandsfähigkeit gegen Erreger ansteckender Krankheiten oder Giftstoffe

Rehabilitation

medizinische, berufliche und soziale Maßnahmen zur Wiedereingliederung eines Patienten nach überstandener Krankheit

kurative Medizin

auf Heilung ausgerichtete Medizin

Prävention

vorbeugende Maßnahmen zur Verhütung von Krankheiten

Prophylaxe

Gezielte Maßnahmen zur Verhütung einer bestimmten Erkrankung

Wir hören in den letzten Jahren zunehmend folgende Begriffsbestimmungen, die ich kurz ansprechen will :

Umwelthygiene   Sozialhygiene    Psychohygiene

die unter dem Begriff

6. Allgemeine Hygiene

subsumiert werden.

Umwelthygiene

Sozialhygiene

Psychohygiene

untersucht die Beziehungen zwischen Gesundheit und äußeren Lebensbedingungen z.B. Wasser, Boden, Luft, Nahrung, Kleidung, Arbeit, Wohnung. Sie ist Teil des Umweltschutzes.

Es werden vor allem unter dem Gesichtspunkt der Prävention für umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe Grenz- und Richtwerte erlassen, Verbote ausgesprochen und umweltschonende Verfahren für Betriebe vorgeschrieben

befaßt sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen gesellschaftlicher Lebensbedingungen und den Beziehungen zwischen Individuum und Kollektiv

Hierunter fallen öffentliche Gesundheitsvorsorge und die Gesundheitserziehung

beschäftigt sich mit der seelischen Gesundheit bzw. den seelischen Belastungen und den darauf beruhenden individuellen Belastungen.

z.B. wirken sich Unzufriedenheit mit der Arbeitsatmosphäre, nicht vorhersehbare Überstunden, Nichtbeherrschen von übertragenen Arbeiten negativ auf den Betroffenen aus. Eine möglichst systematische Arbeitseinteilung, ein gutes Arbeitsklima sowie ein optimales Wissen und Können sind dagegen psychohygienische Positivfaktoren und wirken sich positiv auf die seelische Gesundheit aus

Faßt man das bereits Gesagte zusammen, dann klärt sich auch die Frage nach dem Sinn des Faches Hygiene :

Daß Gesundheit das höchste Gut ist, das der Mensch hat, merkt er erst wenn er krank wird.

Nicht nur für den Einzelnen, auch für die gesamte Volkswirtschaft hat Gesundheit eine große Bedeutung.

Die Behandlung von Krankheiten an sich verursacht schon große Kosten.

Aber auch für die Sozialversicherungen und bei den Steuereinnahmen entstehen bei hohem Krankenstand erhebliche Ausfälle.

Krankheitsvorbeugung hilft daher nicht nur dem Einzelnen, sondern der gesamten Bevölkerung.

Beispiele für Prophylaxemaßnahmen :

  • Karies-Prophylaxe
  • Parodontitis-Prophylaxe
  • Rachitis-Prophylaxe
  • Malaria-Prophylaxe

Beispiele für Präventionsmaßnahmen

  • Aufklärung über gesunde Lebensführung und über gesundheitliche Gefahren der individuellen Lebensweise (Risikofaktoren)
  • Schutzimpfungen
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Früherkennungsuntersuchungen
  • genetische Beratung zur Verhütung erblich bedingter Leiden

Positive Einflußfaktoren auf die Gesundheit:

Wenn wir uns mit dem Fernhalten von Krankheiten beschäftigen, dann müssen wir uns auch Gedanken darüber machen, warum wir nicht ständig krank sind, denn die Umweltgifte, die wir täglich aufnehmen, das Anhusten durch die Kollegin am Arbeitsplatz, das Einatmen des Spraynebels in der Praxis, das Küssen des erkälteten Partners machen uns nur dann krank, wenn mit unserer inneren Abwehr etwas nicht stimmt.

Wir haben also ein inneres Abwehrsystem und das nennen wir -Immunssystem.

7. Was ist das Immunsystem?

immun stammt vom lateinischen  Wort immunis ab und bedeutet unempfänglich,  geschützt, rein, frei.

Das Immunsystem ist das für die Immunität des Wirbeltierorganismus verantwortliche Abwehrsystem.

Es umfaßt die für die Immunreaktion notwendigen Antikörper (humoral - in Körperflüssigkeiten - und zellulär), T-Lymphozyten (thymusabhängig) und B-Lymphozyten (nicht tymusabhängig) sowie alle immunologisch kompetenten Organe wie Thymus, Milz, Lymphknoten, Mandeln, Blinddarm, Peyerscher Plaque im Ileum sowie im retikuloendothelialen System. ((kann man als inneres Resoptionsepithel (Endothel) auffassen))

8. Was verstehen wir unter dem Begriff Immunisierung ?

Wir erkranken an bestimmten Infektionskrankheiten ausgelöst z.B. durch Bakterien oder Viren nur einmal in unserem Leben und sind anschließend gegen die Erreger dieser Erkrankungen immun.

z.B. so bei Masern oder Windpocken.

Die Ursache dafür ist die Tatsache, daß die Krankheitserreger im Organismus eine Abwehrreaktion auslösen.

Dabei wirkt der Krankheitskeim als Antigen (gr. gegen den Körper gerichtet), d.h. er regt das Immunsystem des Organismus zur Bildung von speziellen, gegen diesen Krankheitskeim gerichteten Antikörper (Gegenstoffe) an. Diese Antikörper verbinden sich mit dem auslösenden Antigen zu einem Antikörper-Antigen-Komplex.

Dadurch werden die Antigene unschädlich gemacht. Diesen Vorgang nennen wir  Immunisierung.  Den dabei entstehenden Schutz nennen wir Immunität.

Immunität läßt sich auch künstlich durch Impfung erzeugen.

Kinder werden in den ersten Lebenstagen und Jahren nach einem festgelegten Impfplan gegen eine Reihe gefährlicher Erkrankungen geimpft (Diphtherie, Masern, Kinderlähmung, Tetanus). Auch Erwachsene sollten sich impfen lassen, vor allem die sog. Auffrischungsimpfungen sind wichtig aber auch wenn man sich als Erwachsener besonderen Gefahren ausgesetzt sieht (Malaria, Grippe)

Medizinischem Personal wird die Impfung gegen Hepatitis B empfohlen, weil diese mit dem Blut übertragen wird. Medizinisches Personal, also Sie und ich gehören zur besonders gefährdeten Personengruppe.

Die erstmalige Impfung sowie die Wiederholungsimpfung sind freiwillig und für die Beschäftigten kostenlos. Für den Zahnarzt schreiben die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) eine Unterrichtung der Beschäftigten über die Immunisierung vor :

" Der Unternehmer hat sicherzustellen, daß die Beschäftigten über die für sie infrage kommenden Maßnahmen zur Immunisierung bei Aufnahme der Tätigkeit und bei gegebener Veranlassung unterrichtet werden ....." (UVV VGB 103, §4)

Wir unterscheiden bei der Impfung die

  • aktive Schutzimpfung von der
  • passiven Schutzimpfung

9. Was versteht man unter aktiver Schutzimpfung

Aktive Schutzimpfung :

Prinzip:

Der Körper wird zur Bildung von Antikörpern gegen Krankheitserreger angeregt, ohne daß es zu einer Infektionserkrankung kommt.

Dafür verwendet man

  • Lebend-Impfstoffe: das sind in ihrer krankmachenden Wirkung gehemmte Krankheitserreger (z.B. bei Röteln oder Poliomyelitis)
  • Tot-Impfstoffe: abgetötete Krankheitserreger (Keuchhusten)
  • Toxoid-Impfstoffe: entgiftete Bakteriengifte, die durch die Einwirkung von Formalin oder Hitze aus Bakterienkulturen gewonnen werden (z.B. gegen Diphtherie oder Tetanus)
  • Oberflächenantigenebei der aktiven Schutzimpfung gegen Hepatitis B

10. Was versteht man unter passiver Schutzimpfung ?

Passive Schutzimpfung :

Prinzip :

Dem Körper werden durch Impfung spezifische Antikörper zugeführt

Das Impfserum gewinnt man von Spendern, die zuvor aktiv immunisiert wurden. Der Impfschutz tritt nach wenigen Stunden ein, hält aber nur für wenige Wochen an, da das körperfremde Serum vom Organismus abgebaut wird. Deshalb wird die passive Immunisierung bei bereits eingetretener Erkrankung angewendet um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.

11. Was verstehen Sie unter Simultanimpfung ?

Dann gibt es schließlich auch noch dieSimultanimpfung :

Prinzip .

Kombination aus aktiver und passiver Immunisierung

Beispiel:

Tetanusimpfung bei verletzten Personen ohne Tetanusschutz als Kombination aus Tetanusantitoxin (Tetagamâ) und Tetanus-Toxoid (Tetanolâ)

Tetagam = Antitoxin (also eine passive Impfung mit Antikörpern)

Tetanol = Antigen (also aktive Immunisierung zur Antikörperbildung)

Die Simultanimpfung kombiniert also Sofortschutz mit langanhaltender Wirkung

Tabelle der neuen Fachbegriffe

Antigen

Substanz, die eine Immunreaktion auslöst

Antikörper

Schutzstoffe, die der Körper gegen Antigene bildet

Immunität

Unempfindlichkeit gegen eine bestimmte Art von Erregern

Aktive Schutzimpfung

Impfung mit einem Antigen zur Auslösung einer Immunreaktion

Passive Schutzimpfung

Impfung mit Antikörpern zum Unschädlichmachen eingedrungener Antigene

Simultanimpfung

Kombination von aktiver und passiver Schutzimpfung

Ausfüllen des Lückentextes auf Seite 17 (Frage 2) des Arbeitsheftes

Neben den Schutzimpfungen sind zum Erhalt der Gesundheit noch weitere Vorsorgemaßnahmen notwendig, auf die in der Folge in der gebotenen Kürze eingegangen wird.

Wir unterscheiden

Vorsorgeuntersuchungen

Früherkennungsuntersuchungen

Ziel ist es, den Menschen zu untersuchen, um ihn vor gesundheitlichen Gefahren zu bewahren.

Ziel ist die eventuell bereits vorliegenden Erkrankungen in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln

Die Übergänge zwischen beiden Untersuchungen sind fließend und nicht genau zu trennen, weil auch bei Vorsorgeuntersuchungen krankhafte Befunde erhoben werden können und bei Früherkennungsuntersuchungen kein Befund erhoben werden muß.

Wir unterscheiden bei den Vorsorgeuntersuchungen:

Jugendarbeistschutz-

Untersuchungen

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Mutterschafts-Vorsorgeuntersuchungen

Erstuntersuchungen beim Eintritt in das Berufsleben. sind nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz für Personen unter 18 Jahren vorgeschrieben

Diese Untersuchung soll das Auftreten beruflich bedingter Erkrankungen verhindern bzw. deren möglichst frühzeitige Behandlung ermöglichen

Die Untersuchung soll Abweichungen vom normalen Schwangerschaftsverlauf frühzeitig erkennen helfen um Schäden für Mutter und Kind zu verhindern

Nachuntersuchung nach einem Jahr vorgeschrieben

UVV VGB 100

Erstuntersuchung dient der Feststellung der Schwangerschaft.

Anamnese

Allgemeinuntersuchung

gynäkologische Untersuchung

Kontrolluntersuchungen können jährlich stattfinden

Strahlenschutzverordnung

Röntgenverordnung

Kontrolluntersuchungen werden in den Mutterpaß eingetragen

Früherkennungsuntersuchungen

Gesundheitsuntersuchung

Kinder-Früherkennungs-untersuchungen

Krebs-Früherkennungs-

untersuchungen

Die Versicherten der ges. Krankenkassen haben ab dem 36 Lebensjahr jedes zweite Jahr Anspruch auf eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung

Ziel :

Entwicklungsstörungen,

Erkrankungen,

Behinderungen

möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.

Bei den meisten Krebserkrankungen hängen die Heilungschancen entscheidend von der frühzeitigen Erkennung ab

  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus

sollen durch diese Untersuchungen erkannt werden

Durch rechtzeitige Behandlung können Gesundheitsstörungen beseitigt oder zumindest gemindert werden.

Frauen - jährlich :

  • ab dem 20 LJ Untersuchung der Geschlechtsorgane
  • ab dem 30. LJ zusätzlich Brust- und Hautuntersuchung
  • ab dem 45. LJ zusätzlich Untersuchung des Dickdarms
  • Anamnese mit Risikofaktoren
  • Ganzkörper-untersuchung
  • Blutuntersuchung z.B. Gesamtcholesterin
  • Harnuntersuchung z.B. auf Glukose
  • EKG
  • weitergehende Diagnostik, wenn eine Erkrankung vorliegt oder vermutet wird
  • Information und Beratung des Patienten anhand der Ergebnisse und Befunde der Untersuchung
  • Bis zum 6. Lebensjahr U1 bis U9
  • Dokumentation im Kinder-Untersuchungsheft

Männer jährlich :

  • ab dem 45 LJ Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane, der Prostata und des Dickdarms >

Erhaltung und Pflege der eigenen Gesundheit

Körperpflege

Für Sie als Zahnarzthelferin kommt der Körperpflege eine ganz besondere Bedeutung zu, weil von Ihrem Erscheinungsbild der erste Eindruck des Patienten von der Praxis abhängt .

Dazu gehören :

  • gepflegte Haut
  • gepflegte Hände
  • gepflegte Haare
  • wohldosierte Kosmetik
  • gepflegte Zähne
  • korrekte Berufskleidung
  • innere positive Einstellung zur Arbeit
  • positive persönliche Stimmung

Mundhygiene

Sollte für eine Zahnarzthelferin selbstverständlich sein.

Keine geruchsbelästigenden Speisen während der Woche (Knoblauch, Zwiebeln, Alkohol)

Akne

Gesichtshaut mit Mitessern und Pickeln bedarf der sorgfältigen Reinigung und Pflege mit geeigneten Präparaten. Bei schwerer Akne den Hautarzt konsultieren.

Haarpflege

Ihr persönliches Erscheinungsbild wird wesentlich vom Zustand Ihrer Haare bestimmt. Sorgen Sie für eine gepflegte Frisur. Lange Haare müssen während der Arbeitszeit zusammengebunden oder mit einem Stirnband befestigt werden. Besonders notwendig ist dies bei der Assistenz am Stuhl

Pflege von Händen und Nägeln

Vor dem Essen

nach dem Gang zur Toilette

nach dem Husten

nach dem Niesen

nach dem Aufheben von heruntergefallenen Gegenständen vom Fußboden sind die Hände zu waschen

Krankheitskeime vermehren sich besonders gut unter den Nägeln

Bekleidung

Zu enge Kleidung beschränkt die Bewegungsfreiheit und behindert die Atmung. Zu weite Kleidung, Ärmel und Tücher bergen Unfall- und Verletzungsgefahren.

Naturfasern, Wolle, Baumwolle und Seide sind besser als Kunstfasern, weil sie luftdurchlässiger sind und Feuchtigkeit besser aufnehmen und abgeben. Gleichzeitig sorgen sie für ausreichenden Wärmeschutz.

Schmuck, Ringe, Uhren usw. dürfen im klinischen Bereich der zahnärztlichen Praxis nicht getragen werden. Diese Accessoires bieten Bakterien Schlupfwinkel und fördern die Verletzungsgefahr.

Auf die Vorteile eines gesunden Arbeitsklimas möchte ich nicht gesondert eingehen, vielleicht unterhalten wir uns darüber einmal in zwei Jahren kurz vor Ihrer Abschlußprüfung.

Aber auf eines will ich Sie hinweisen:

Auch der Zahnarzt und sein Personal unterliegen Leistungsschwankungen, darauf sollten Sie bei der Terminplanung mit Patienten achten. Auch wenn der Wunsch des Patienten nach Behandlung abends um 19.00 Uhr legitim ist, sollten Sie zu diesem Termin keine Präparation oder aufwendige Wurzelbehandlung mehr einplanen.

Freizeit, Urlaub und gesunde Ernährung ansprechen.

Medizinische Mikrobiologie

Definition :

Lehre von den Kleinstlebewesen (Mikroorganismen)

Mikroorganismen sind stets Einzeller, der Mensch, das Tier und die Pflanzen bestehen dagegen aus vielen Zellen, deren wichtigstes Merkmal der Zellkern mit den Erbinformationen ist.

Bevor wir nun die Hygiene weiter behandeln müssen wir einen Ausflug in die Histologie machen und die Zelle rekapitulieren.

Die Zelle

Definition

Leistungen der Zelle

kleinste selbständige Funktionseinheit des Körpers mit allen Zeichen des Lebens

  • Stoffwechsel
  • Reizaufnahme und -verarbeitung
  • Wachstum
  • Bewegung
  • Fortpflanzung

Alle Zellen des Körpers stammen von der befruchteten Eizelle ab, aus der sie durch eine Vielzahl von Teilungen entstehen.

Bei dieser Teilung können sie sich auf verschiedene Aufgaben spezialisieren, wodurch sie Unterschiede in Größe, Feinbau und Form aufweisen.

Der Grundaufbau jeder Zelle des Körpers ist jedoch einheitlich und besteht aus dem Zellkern und dem Zelleib (Zytoplasma)

Die. Zelle besteht aus dem

Zellkern (Nukleus). und dem. Zelleib (Zytoplasma)

Der Zellkern. ist für die Kontrolle der Lebensfunktionen der Zelle verantwortlich. Jeder Zellkern in unserem Körper enthält den gesamten Bauplan unseres Organismus. Dieses genetische Material (Erbgut) ist in Form von Genen (DNS und RNS) auf den Chromosomen gespeichert.

Jede menschliche Zelle enthält 23 Chromosomenpaare, also 46 Chromosomen.

Als Sicherheitskopie liegt jedes Chromosom in doppelter Ausführung vor. Einzige Ausnahme ist das geschlechtsspezifische Chromosomenpaar (beim Mann XY bei der Frau XX)

Zellteilung und Spezialisierung werden vom Zellkern aus gesteuert. Je nach Spezialisierung werden bei der Keimesentwicklung die Gene aktiviert, so daß entweder eine Leberzelle, eine Muskelzelle oder eine Keimzelle entsteht.

Im Zellkern befindet sich das Kernkörperchen (Nukleolus) darin ist die RNS enthalten, die für die Weitergabe der Erbinformation der DNS verantwortlich ist und außerdem die Eiweißproduktion der Zelle steuert.

Der Zellkern ist durch die Kernmembran vom sogenannten

Zytoplasma (Zelleib)

getrennt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Membran, die durchlässig ist und in der Tat findet ein reger Stoffaustausch zwischen Zellkern und dem Rest der Zelle statt.

Das Zytoplasma besteht aus einer eiweißreichen wäßrigen Flüssigkeit, in der die sog. Zellorganellen eingebettet sind. Nach außen grenzt die Zellmembran die Zelle ab.

Membranen

(lat. Zarte Haut) besteht aus Eiweiß und Fettverbindungen. Aufgabe : Trennung der verschiedenen Zellbestandteile, aber auch Trennung von Zellen untereinander. Membranen kontrollieren den Eintritt und Austritt von Stoffen in die und aus der Zelle. Gleichzeitig ist die Membran auch ein Kommunikationsorgan, sie kann andere Zellen erkennen und nimmt Reize auf.

Zellorganellen.

Mitochondrien :

Kraftwerke der Zellen. Produzieren ATP Adenosintri phosphat, eine Substanz, die überall in der Zelle die Energie für die chemischen Reaktionen in der Zelle liefert. Für die Produktion von ATP werden Sauerstoff und vor allem Glucose benötigt (Traubenzucker) Zellen mit hoher Stoffwechselaktivität, weisen besonders viele Mitochondrien auf (Leber- und Nierenzellen mit bis zu 2000 Mitochondrien je Zelle)

Endoplasmatisches Retikulum (ER)

Es handelt sich dabei um ein röhrenförmiges Kanalsystem aus Membranen, die Zellmembran und Kernmembran miteinander verbindet und als Transportsystem der Zelle dient. Außerdem teilt es die Zelle in verschiedene unterschiedliche Räume. An der Außenfläche der ER sind kleine perlenförmige Gebilde, die sog. Ribosomen zu finden. Ribosomen produzieren Enzyme.

Enzyme

sind Eiweißkörper die chemische Reaktionen bewirken oder beschleunigen. Sie sind meist auf ganz bestimmte Reaktionen spezialisiert.

So baut das Speichelenzym Amylase Stärke aus der Nahrung zu kleinen Bruchstücken ab, die dann weiterverarbeitet werden können. Alle Stoffwechselvorgänge unseres Körpers sind an Enzyme gebunden.

Golgi-Apparat

Eine weitere Aufgabe erfüllen die Golgi Apparate, in deren Membran die Syntheseprodukte der Ribosomen, also die Enzyme gespeichert werden. Sollen diese Stoffe aus der Zelle geschleust werden, weil sie gebraucht werden, schnürt der Golgi-Apparat kleine Bläschen ab, die zur Zellmembran wandern und sich dort nach außen entleeren.

Drüsenzellen haben stets einen großen Golgi-Apparat im Zelleib.

Lysosomen

Die Lysosomen sind der Entsorgungsdiesnt der Zelle. Sie nehmen zelleigenen Abfallprodukte auf, auch Zellbruchstücke und Fremdstoffe. Sie enthalten ein auflösendes Enzym (Lysozym), das ähnlich wie das Verdauungsenzym wirkt.

Platzen Lysozyme, kann es zur Selbstverdauung der Zelle kommen. Beim Menschen sorgen Lysozyme z.B. für die Auflösung von Bakterien, wenn diese von Freßzellen aufgenommen werden.

Zentriolen

Die röhrenförmigen Zentriolen bilden bei der Zellteilung sogenannte Spindelapparate, eine Faserstruktur, die bei der Trennung der Chromosomen während der Zellteilung notwendig ist.

Physiologie der Zelle.

Jede Zelle weist die Kennzeichen des Lebens auf :

  • Stoffwechsel
  • Reaktion auf Reize
  • Fortpflanzung
  • Wachstum und Reifung
  • Bewegung

Stoffwechsel ist die Fähigkeit Nahrung aufzunehmen, zur verarbeiten und Abfallprodukte auszuscheiden

Stoffwechselleistung der Zelle ist der Aufbau körpereigenener Substanz und die Energiegewinnung

Reizreaktionen der Zelle werden ausgelöst durch Hormone, Membranbestandteile anderer Zellen oder körperfremde Stoffe. Wenn sich z.B. Sauerstoff an die Zelle anlagert wird ein Reiz ausgelöst. Die Zellmembran umschließt den Stoff und transportiert ihn ins Innere der Zelle, wo er weiterverarbeitet wird. Diesen Vorgang nennt man Endozytose im Gegensatz zur Exozytose, das ist der Stofftransport aus der Zelle heraus. Wenn es sich um feste Partikel handelt, dann spricht man von Phagozytose und bei Flüssigkeiten von Pinocytose.

Fortpflanzung / Wachstum

Zellen vermehren sich durch Teilung.

Beim einzelligen Lebewesen ist die Zellteilung identisch mit der Fortpflanzung.

Beim vielzelligen Organismus bedeutet Zellteilung Wachstum .

Es gibt zwei Arten von Zellteilung :

Amitose

heißt direkte Teilung durch Einschnürung :

Beim Menschen nur bei einigen Leber- und Muskelzellen sowie Krebszellen

Mitose

heißt indirekte Teilung, das heißt es werden identische Tochterzellen erzeugt. Dafür werden innerhalb der Zelle alle Zellbestandteile und die Chromosomen vor der Teilung verdoppelt. Fast alle Zellen des menschlichen Organismus vermehren sich durch Mitose.

Die Mitose läuft in vier Phasen ab:

1. Prophase : Die Zelle stellt ihre spezifische Tätigkeit ein, die Kernmembran löst sich auf, die Chromosomen werden sichtbar, die Zentriolen wandern zu den Zellpolen

2. Mataphase : Die Chromosomen ordnen sich in der Äquatorialebene an. Von den Zentriolen ausgehend ziehen Spindelfasern zu den Chromosomen

3. Anaphase : Die Chromosomenpaare trennen sich voneinander die Zelle beginnt sich einzuschnüren

4, Telophase : Die Chromosomen entspiralisieren sich, die Kernmembran bildet sich neu und die Zelle kann ihre spezifische Aufgabe übernehmen.

5. Interphase : Dies ist die Phase zwischen den Zellteilungen, in der die Bausteine für die Zellteilung bereitgestellt werden und die Chromosomenverdopplung stattfindet.

Meiose

(gr. meiosis = Verringerung) heißt auch Reduktionsteilung ist eine Sonderform und kommt nur bei der Bildung der Keimzellen vor. Ergebnis der Meiose sind Zellen mit einfachem (haploiden) Chromosomensatz 22 Chromosomen und ein Geschlechstchromosom. Bei der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle ergänzen sich die Chromosomensätze wieder zu einem vollständigen Chromosomensatz

Wachstum und Reifung

Im Anschluß an die Zellteilung macht jede Zelle die Phase des Wachstums und der Reifung durch. Dabei wächst sie auf die Größe der Mutterzelle heran und bildet alle zelltypischen Strukturen und Funktionen aus.

Bewegung :

amöboide Bewegung : das Zytoplasma bewegt sich und damit die Zelle

Flimmerhärchen : erzeugen einen Flimmerstrom im Eileiter oder in den Atemwegen und bewegen Partikel.

Muskelzellen : Myofibrillen im Zytoplasma

Zurück zur Mikrobiologie

Die Zellen einiger Mikroorganismen besitzen im Gegensatz zu den tierischen und pflanzlichen Zellen keinen Zellkern. Die Erbinformation liegt frei in bestimmten Bereichen der Zelle.

Zu den Mikroorganismen zählen:

  • Bakterien
  • Pilze
  • Viren
  • Protozoen

Die meisten Mikroorganismen sind apathogen (nicht krankmachend) und bilden mit dem Wirtsorganismus eine Symbiose (Beispiel Darm, wo die Bakterien das Vitamin K für die Blutgerinnung bilden).

Solche Mikroorganismen, die Infektionen auslösen bezeichnen wir als pathogen(krankheitserregend).

Wenn Mikroorganismen auf Kosten eines anderen Organismus leben, bezeichnen wir sie als Parasiten.

Als Infektion bezeichnet man das Eindringen von Krankheitserregern in den Körper und ihre Vermehrung in ihm.

Art der

Mikroorganismen

Bakterien

Pilze

Viren

Protozoen

Charakteristik

Zelle

Zelle

Kein Zelleib, kein Zellkern, besteht nur aus Erbmaterial

tierische Einzeller

Rolle

Gärung, Fäulnis, Krankheitserreger

Tuberkulose, Diphtherie, Karies, Scharlach, Eiter, Syphilis, Cholera, Aktinomykose, Wundstarrkrampf,

sind den Pflanzen sehr ähnlich, es fehlt aber das Chlorophyll, deshalb keine Möglichkeit zur Photosynthese.

Erreger von Grippe, AIDS, Hepatitis

Überträger von Malaria, Toxoplasmose

im zahnärztlichen Bereich -keine

Größe

0,5 - 5mm

etwa 0,5mm

0,05 - 0,2mm

10-100mm

Form

Kugeln - Kokken

Stäbchen

Schrauben

fadenförmig

kugelig, kubisch

 

Stoffwechsel

eigener Stoffwechsel, sind auf Nährböden züchtbar, mit der Unterscheidung nach Lebensweise:

anaerob

aerob

wie normale Zelle

keiner

wie die normale Zelle

Vermehrung

Zellteilung

Zellteilung oder Sporenbildung

nur in einer Wirtszelle möglich. Dringt in Wirtszelle ein, setzt Erbmaterial frei - Stoffwechsel der befallenen Zelle wird so verändert, daß sie neue Viren bildet und dann abstirbt.

Zellteilung

Färbung

Es kann dadurch der unterschiedliche Zellwandaufbau unterschieden werden

gram negativ - lassen sich durch Alkohol wieder entfärben, gram - positiv - lassen sich durch Alkohol nicht entfärben

     

Abtötung

Anerkannte Desinfektions- und Sterilisationsverfahren

Anerkannte Desinfektions- und Sterilisationsverfahren

Anerkannte Desinfektions- und Sterilisationsverfahren

Anerkannte Desinfektions- und Sterilisationsverfahren

Was sind Sporen ? (Prüfungsfrage)

Ein Teil der Bakterien sind unter ungünstigen Lebensbedingungen in der Lage Dauerformen zu bilden, sogenannte Sporen. ( Widerstandsfähige Dauerform der Bakterien)

In diesem Zustand ruht der Stoffwechsel. Die Bakterien können in diesem Zustand überleben. Verbessern sich die Lebensbedingungen wieder, so bilden sich aus Sporen wieder Bakterien.

Die große Resistenz der Sporen gegenüber chemischen und physikalischen Einwirkungen muß bei den Hygienemaßnahmen in der Praxis berücksichtigt werden.

Sporen sind durch Desinfektion nicht zu zerstören, nur durch Sterilisation (Dampf, Heißluft) können sie abgetötet werden.

Bakterien dagegen sind durch Desinfektion und Sterilisation abzutöten.

Was sind Bazillen ? (Prüfungsfrage)

Im engeren Sinne sind das die sporenbildenden Bakterien.

Im weiteren Sinne (Umgangssprache) ist es die Bezeichnung für vor allem pathogene (krankmachende) Bakterien.

Was sind Spirochäten ? (Prüfungsfrage)

Stammt von gr.speira- Windung undchaite- langes Haar ab.

Unterscheidet sich von allen anderen Bakterienarten durch charakteristische Gestalt und Art der Fortbewegung.

Spiralförmige Bakterien.

Treponema (PA)

Was sind Rickettsien ? (Prüfungsfrage)

Der amerikanische Pathologe Ricketts fand diese kleinen unbeweglichen Stäbchen oder Kokken.

Es handelt sich dabei um harmlose Parasiten oder Symbionten im Darmepithel von Läuse, Flöhen, Zecken.

Bei Übertragung auf den Menschen durch Biß kommt es zu schweren Erkrankungen.

Was sind Streptokokken ?

gr. streptos - gedreht

kugelförmige, gramnegative Bakterien, die lange perlschnurartige Ketten bilden.

Sind homofermentative Milchsäurebakterien. Sind harmlose Kommensalen der Mundschleimhaut, aber SM ist der Karieserreger .

Was sind Staphylokokken ?

gr. staphyle - Weintraube

Sind wie eine Beere oder Traube angeordnete Bakterien, grampositiv, (lassen sich nicht entfärben durch Alkohol) aerob und fakultativ anaerob und unbeweglich. Eitererreger.

Die wichtigste Aufgabe der Hygiene in der zahnärztlichen   Praxis ist, den Kontakt von Patienten und Praxisteam mit

Krankheitserregern zu vermeiden und so das Übertragen von Krankheiten zu vermeiden.

Die wichtigsten Maßnahmen hierzu sind.:

  • Tragen von Schutzkleidung
  • regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Räumen, Mobiliar und Geräten
  • Desinfektion, Reinigung und Sterilisation von Instrumenten
  • korrekte Abfallentsorgung

Die Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen sind ein bedeutendes Aufgabenfeld der zahnärztlichen Assistentin (Zahnarzthelferin). Damit Sie diesen Aufgabenbereich sicher erfüllen können, müssen Sie die Infektionsquellen und die Infektionswege kennen.

Infektionsquellen und Infektionswege

Mögliche Infektionsquellen:

Die größte Infektionsquelle ist der Mensch..

Personal

Patienten

Reinigungspersonal

Lieferanten

Alle Personen, die sich in der Praxis aufhalten, also nicht nur Patienten sondern auch das Personal sind potentielle Infektionsquellen.

 

Wie ist der Infektionsweg :

Direkt   von Mensch zu Mensch oder über den Umweg der Kleidung, Wände, Fußböden, Geräte und Instrumente.

  • Kontaktinfektion
  • Tröpfcheninfektion
  • Aerosol

Von den Personen und deren Kleidung können Krankheitskeime auf die Geräte, Instrumente und so letztendlich auf Fußböden und Wände übergehen.

Personen :

Hände und Atemluft sind die wichtigsten Infektionsquellen.

Was kann dabei passieren ?

Die Hände des Zahnarztes oder der Assistentin können Infektionen von einem zum anderen Patienten übertragen.

Deshalb ist vor und nach der Behandlung die Händedesinfektion erforderlich (vgl. Krankenhaus: dort sind vor den Krankenzimmern Händedesinfektionsspender angebracht, z.B. auf den Intensivstationen.

Indirekter Infektionsweg oder Schmierinfektion :

Körperausscheidungen (Verschmieren von Blut und Eiter, Urin, Kot)

Wasser, Lebensmittel

Staub

Gegenstände (mit Blut verunreinigte Spritze)

jegliche Gefährdung ist deshalb durch vorsichtiges Hantieren sowie optimale Desinfektion uns Sterilisation zu vermeiden.

Infektion durch Überträger :

Malaria durch Anophelesmücke, der Überträger selbst wird nicht krank, so auch der Zeckenbiß, ich hatte das gestern bereits erwähnt, dabei werden an sich harmlose Rickettsien zu gefährlichen Krankheitserregern (Hirnhautentzündung - Meningitis -)

Infektionen durch Zwischenwirte

Tollwut durch Füchse oder Hunde

Im Gegensatz zur Infektion durch Überträger leiden die Zwischenwirte auch unter der Infektionskrankheit.

Angeborene Infektion

Röteln, durch Übertragung durch die Mutter auf den Embryo

DieEintrittspforte in den Körper können die

  • Atemwege bei Tröpfcheninfektion sein,
  • Haut- und Schhleimhautwunden (z.B. im Mund) - meist Schmierinfektion - und der
  • Verdauungstrakt über Wasser und Lebensmittel

Bei Überträgern oder Zwischenwirten gelangt die Infektion über Stiche und Bisse in den Körper.

Kontamination Verunreinigung, Verschmutzung

 

Infektionsquelle

gefährdete Personen

  • Praxisteam
  • Hände
  • Kleidung
  • Atemluft
  • Praxisteam
  • Patienten
  • Patienten
  • Atemluft und Speichel
  • Blut und Eiter
  • Prothesen
  • Praxisteam
  • Techniker
  • Sprühnebel
  • entsteht beim hochtourigen Bohren und Schleifen
  • Behandlungsteam
  • Geräte und Instrumente
  • kommen mit Infektionsträgern in Kontakt, bes. Blut, Eiter
  • Praxisteam
  • Patienten
  • Fußböden, Wände, Mobiliar
  • dort sind stets Keime vorhanden, da bestimmte Bereiche, z.B. Ecken, Ritzen, schwer zu reinigen sind ständige Fußbodenverunreinigungen durch Straßenschuhe
  • Praxisteam
  • Patienten
  • Reinigungspersonal
  • Toiletten
  • Keimübertragung durch Berührung der Sanitärausrüstung oder durch Handtücher
  • Praxisteam
  • Patienten
  • Abfälle
  • Behandlungsräume
  • Labor
  • Pausenräume (Essensreste)
  • Praxisteam
  • Patienten
  • Reinigungspersonal

Da wir nicht erwarten können, von jedem Patienten über dessen individuelles Infektionsrisiko aufgeklärt zu werden - oft wissen es die Patienten selbst nicht - müssen wir uns so verhalten und schützen, als ob jeder Patient ein möglicher Infektionsträger ist.

Jetzt drehe ich den Spieß einmal herum. Auch der HIV Patient und der Hepatitispatient müssen behandelt werden. Sie tragen zwar ein großes Risiko für uns in sich, aber selbst sind sie meistens so geschwächt, daß sie auch vor uns geschützt werden müssen, weil selbst harmlose Infektionen zu lebensbedrohlichen Situationen führen können. Deshalb sterile Handschuhe und Mundschutz.

So und nun kommen wir endlich zu den Begriffen Desinfektion und Sterilisation:

Definitionen

Desinfektion : Abtöten, Inaktivieren oder weitgehende Reduzierung von Krankheitserregern, so daß eine Infektion nicht mehr zu befürchten ist. (Keimverminderung)

Sterilisation : Abtöten, Inaktivieren oder Entfernen aller vermehrungsfähigen

pathogenen und apathogenen Mikroorganismen und deren Dauerformen (Sporen)

Asepsis : Zustand der Keimfreiheit (auch Sterilität)

Antisepsis : Zustand der Keimarmut

Die Begriffe Desinfektion und Sterilisation bezeichnen Maßnahmen zum Erreichen optimaler hygienischer Verhältnisse,währenddie BegriffeAsepsis und Antisepsis alsZustandsbezeichnungen anzusehen sind.

Aseptische Zustände kommenin der Zahnarztpraxis so gut wie nicht, oder nur in sehr seltenen Fällen vor, weil wir die Mundhöhle als natürliches Arbeitsfeld haben.

In der Zahnarztpraxis kommen folgende Desinfektionsbereiche vor :

  • Händedesinfektion
  • Instrumentendesinfektion
  • Flächen- und Gerätedesinfektion (Ausrüstung, Mobiliar, Absauganlagen, Räume)
  • Desinfektion von Abformungen und Werkstoffen
  • Wäschedesinfektion

Sterilisiert können und werden :

  • Instrumente
  • Hand- und Winkelstücke
  • Turbinen
  • Geräteteile

Desinfektionsverfahren

Wir unterscheiden prinzipiell zwei Verfahren, diechemische und diephysikalische Desinfektion.

Chemische Desinfektion :

  • bakterizid bakterientötend
  • tuberkuloziod Tuberkelbakterien abtötend
  • fungizid pilztötend
  • viruzid vireninaktivierend
  • mikrobiozid mikroorganismenabtötend
  • sporizid sporeninaktivierend

Diese Eigenschaften hängen aber nicht nur von den verwendeten Mitteln alleine ab, sondern auch stark von derenKonzentration undEinwirkzeit

Desinfektionsmittel werden vom Handel als Konzentrat geliefert und müssen verdünnt werden. Dabei reicht es aus sich nach den Herstellerangaben zu richten, den diese Mittel müssen zugelassen werden und die Hersteller bürgen für die Qualität, ansonsten bekommen sie die Lizenz zur Verbreitung ihres Mittels entzogen.

Tabelle Buch Seite 55

5 %-ige Lösung heißt 50 ml Desinfektionsmittel auf 950 ml Wasser

Folgen von Unterdosierung : Wirkungsverlust

Folgend er Überdosierung : Materialschäden

Die wesentlichen chemischen Wirkstoffe sind :

Alkohol

70 %-ig als Spiritus dilutus. Ansonsten gibt. s einen Arzneimittelregress

Aldehyde

Formaldehyd

Phenole

Kresol

Halogene

Chlor,Brom,Jod

Oxidationsmittel

H2O2

Schwermetallverbindungen

Silbersalze

Säure

Peressigsäure

Oberflächenaktive Substanzen

Ammoniumverbindungen

Physikalische Verfahren:

Thermodesinfektion, arbeiten ähnlich wie Geschirrspülautomaten, aber bei 93 Grad C

und mindestens 10 Minuten.

Sie führen neben einer sicheren Desinfektion auch eine gründliche Reinigung durch.. Sie entlasten das Personal und verringern die Verletzungsgefahr.

Händedesinfektion:

Einreibepräparate auf Alkoholbasis

Chirurgische und die hygienische Händedesinfektion Buch Seite 56 Kästen.

Chemische Desinfektion

Wichtig ist das gute Abspülen unter fließendem Wasser, damit alle Desinfektionsmittelreste entfernt werden, anschließend bürsten, abtrocknen und dann sterilisieren.

  • Alle Instrumente sofort nach Gebrauch 60 Minuten ins Desinfektionsbad
  • Desinfektionslösung richtig dosieren
  • Nicht über Nacht einlegen (Materialschäden)
  • Täglich frische Lösung ansetzen
  • Instrumente nicht in die Lösung werden (Beschädigungen)
  • Instrumente mit Gelenken (Zangen) müssen vor dem Einlegen geöffnet werden
  • Nicht mit der bloßen Hand in die Lösung greifen (Verletzungsgefahr)
  • Instrumente nach der D. sofort unter fließendem Wasser gut abspülen
  • Hand- und Winkelstücke und Turbinen dürfen nicht in Desinfektionslösungen getaucht werden
  • Rotierende Instrumente dürfen nur in spezielle Desinfektions- und Reinigungslösungen eingelegt werden (Fertiglösungen)
  • Wurzelkanalinstrumente sind besonders empfindlich und müssen separat desinfiziert werden
  • wird ein Ultraschallbad verwendet müssen dort geeignete Desinfektions- und Reinigungslösungen hineingebracht werden.

Ultraschall

Bei hochgradiger Verschmutzung ist die Reinigung und Desinfektion inUltraschallgeräten empfehlenswert.

z.B. beiDiamantinstrumenten

Bohrern

Abformlöffeln

Prothesen

Die Reinigungswirkung beruht aufUltraschallwellen.

Diese Ultraschallwellen zerreißen die Flüssigkeit in kleinste Bläschen, die heftig aufeinanderprallen und sich dabei auflösen. Der Zusammenprall wirkt auf der Oberfläche von festen Körpern wie eine Bürste und löst die Schmutzpartikel ab.

Die Desinfektion erfolgt durch den Zusatz eines chemischen Desinfektionsmittels.

Exkurs Akustik

Alles, was wir aus unserer Umgebung mit dem Ohr wahrnehmen, sind Schallwellen. Diese Schallwellen gehen von Körpern aus, die schnell schwingen (Schallquellen).

Schallwellen breiten sich in gasförmigen, flüssigen und festen Körpern aus (Luft, Wasser, Eisenbahnschwellen, Oberleitungen)

Die jeweilige Tonhöhe hängt von der Frequenz der Schallschwingungen ab.

Wir Menschen können Schwingungen (Frequenzen) von 16 bis 16000 Hz als Schall wahrnehmen. Kinder und Jugendliche sogar bis 20 000 Hz.

Frequenzen über 160 000 Hz werden als Ultraschall bezeichnet.

In der Zahnmedizin wird Ultraschall neben Reinigungszwecken noch zur Krankheitserkennung und zur Behandlung (Zahnsteinentfernung) eingesetzt.

Sterilisation Definitionen :

Sterilisation

Abtöten, Inaktivieren oder Entfernen aller vermehrungsfähiger Mikroorganismen

steril

Zustand frei von Leben jeder Art (gleichbedeutend mit :aseptisch)

Sterilisiergut

Objekte, die sterilisiert werden sollen

Sterilgut

Objekte, die bereits sterilisiert und

keimdicht verpackt sind

Dampfsterilisation erfolgt im Autoklav

Der Autoklav arbeitet mit gesättigtem Wasserdampf, ähnlich wie ein Dampfdrucktopf.

Wasser wird im verriegelten Innenraum zum Sieden gebracht und verdampft

Der Wasserdampf treibt die im Gerät vorhandene Luft durch ein Ventil nach draußen

Ist der gesamte Innenraum nur noch mit Wasserdampf gefüllt (gesättigter Dampf) wird das Ventil geschlossen. Der Innenraum ist nun luftdicht verschlossen.

Bei normalem Luftdruck von 1013 hPa siedet das Wasser bei

100°C.

Kann jedoch, wie im Autoklaven, der Wasserdampf nicht entweichen, so wird er mehr und mehr zusammengedrückt

(gespannter Dampf) und der Druck steigt. Bei steigendem Druck erhöht sich die Siedetemperatur.

Bei 2026 hPa siedet Wasser bei 120°C,

bei 3039 hPa siedet Wasser bei 134°C,

ein Sicherheitsventil verhindert einen zu hohen Druckanstieg.

Zur Erklärung : Früher wurde der Druck in Bar oder Atü gemessen,

1 bar = 1000 hPa

Der Betrieb des Autoklaven läuft in sechs Schritten ab :

Anheizzeit

in dieser Zeit wird das destillierte Wasser im Gerät auf 100ºC erhitzt, Wasserdampf entsteht und kann nicht aus dem Gerät entweichen.

Entlüftungszeit

Zeit, bis die Luft vollständig aus dem Gerät entwichen ist

Steigzeit

Zeit vom Ende der Entlüftung bis zum Erreichen der Sterilisationstemperatur (121°C oder 134°C

Ausgleichszeit

Zeit vom Erreichen der Betriebstemperatur bis zum Temperaturausgleich innerhalb des Sterilisiergutes.

Abtötungszeit

Zeit in der alle Keime abgetötet werden. Sie beträgt einschließlich Sicherheitszuschlag:

20 Minuten bei 121°C und

5 Minuten bei 134°C

Abkühlzeit

Zeit vom ende der Keimabtötung bis zum Temperaturabfall auf 80°C

Sterilisiergut, das im Autoklaven sterilisiert werden kann :

Metallinstrumente

Glasartikel

Porzellan

Textilien

Gummi

Kunststoffe

Watte

Zellstoff

Vorsicht ist geboten bei Turbinen und Winkelstücken, nur nach Anweisung der Hersteller.

Stahlbohrer nicht in den Autoklaven, rosten !

Öl, Chemikalien, Metallspäne und Rost verunreinigen das Wasser und verschmutzen Autoklav und Sterilisiergut, deshalb Wasser öfter wechseln. Destilliertes Wasser ist obligat weil Leitungswasser zu Belägen und Korrosionsschäden führt.

Das Gerät darf wegen der Explosions- und Verbrühungsgefahr während der Sterilisation nicht geöffnet werden.

Heißluftsterilisation

Es werden elektrisch beheizte Geräte verwendet, wobei die erhitzte Luft zur gleichmäßigen Verteilung umgewälzt wird.

Die Temperatur bei der reinen Luftsterilisation muß höher sein als bei der Dampfsterilisation, weil die Mikroorganismen im trockenen Zustand sehr hitzebeständig sind :

Ablauf der Sterilisation in vier Schritten (s. Autoklav ohne Entlüftungszeit und ohne Steigzeit)

30 Minuten bei 180°C

10 Minuten bei 200°C

Sterilisiergut :

Alle Metallinstrumente

Scheren, Skalpelle, Metallbohrer, Wurzelkanalinstrumente.

Nachteil, schneidende Instrumente werden schnell stumpf, Frakturgefahr für Endoinstrumente.

Ungeeignet :

Gummi, Watte, Zellstoff, Kunststoffe, Email, Hand- und Winkelstücke sowie Turbinen.

Gasterilisation:

1. Äthylenoxid bei 55°C, deshalb spricht man auch von Kaltsterilisation

2. Die Trockengassterilisation im Harvey Chemiklaven bei 126°C

Funktionsprüfung mit Sporenpäckchen, die dem Sterilisationsgut beigegeben werden.

Vorne - Mitte - Hinten

Nach der Sterilisation werden die Sporenpäckchen mit einem Formblatt an ein Hygieneinstitut geschickt.

 
 

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