Prophylaxe – Die perfekte Mundhygiene - / In: FACHKUNDE für zahnmedizinische Assistenzberufe

Das Ziel einer einwandfreien Mundhygiene kann dann erreicht werden, wenn die Pflege von Zähnen und Zahnfleisch genau und gründlich erlernt worden ist. Ein «Zahnschnellservice» ist wirkungslos.

Wann und wie putzt man die Zähne?
Die Zähne müssen unmittelbar nach jeder Hauptmahlzeit und zusätzlich nach jeder gezuckerten Zwischenmahlzeit gereinigt werden, einmal täglich besonders gründlich (am besten abends). Das wichtigste Instrument der Zahnreinigung ist nach wie vor die Zahnbürste. Weiche bis mittelharte Kunststoffborsten sind Naturborsten vorzuziehen, weil sie hygienischer, elastischer und dauerhafter sind. Eine Zahnbürste hält höchstens zwei Monate; nach 100 bis 200 Reinigungen ist sie untauglich. Die Marke der Zahnpasta spielt im allgemeinen eine untergeordnete Rolle; wichtig ist, dass sie Fluorid enthält. Wenn eine spezielle Zahnpasta erforderlich ist, wird sie vom Zahnarzt empfohlen.

Die Reinigung des Zahnzwischenraumes (Interdentalraumreinigung)
Im Gespräch mit dem Zahnarzt oder der Dentalhygienikerin kann am besten ermittelt werden, welches Hilfsmittel sich für die Reinigung des Interdentalraumes eignet. Wir unterscheiden zwischen folgenden Möglichkeiten:
Der Zahnfaden. Er ist das wichtigste Hilfsmittel für die Reinigung der Zahnzwischenräume. Die Handhabung ist nicht einfach und erfordert zunächst etwas Zeit und Geduld. Wichtig ist, dass systematisch beide Zahnflächen eines Zwischenraumes durch Auf- und Abwärtsbewegungen vom Zahnbelag befreit werden. Mit zunehmendem Alter oder nach einer behandelten Zahnfleischerkrankung werden die Zwischenräume grösser, da sich das Zahnfleisch zurückzieht. In diesen Fällen ist die Zahnreinigung mit dem sogenannten
Brush and Floss angebracht. Es handelt sich hierbei um einen speziellen Zahnfaden, der sich etwa alle 10 cm zu einer kleinen Bürste verdickt, mit der auch grosse Zwischenräume gut gereinigt werden können.
Zahnhölzer (Zahnstocher). Diese Zahnhölzer mit dreieckigem Querschnitt gibt es aus Orangen-, Birken- und Lindenholz. Das Orangenholz splittert gern auf, was eine bessere Reinigung bewirken soll, während die anderen Hölzer diesen manchmal unangenehmen Nebeneffekt nicht aufweisen.
Auch bei sorgfältigster Pflege bleiben mit der Zeit an schwer zugänglichen Stellen Reste von Zahnbelägen zurück, aus denen Zahnstein entsteht. Es ist deshalb wichtig, dass der Zahnarzt den Gebisszustand halbjährlich kontrolliert. Dabei kann er «vergessene» Beläge feststellen und entfernen.

Der Zahnfaden ist bei engen Zahnzwischenräumen geeigneter als das Zahnholz. Durch das Entfernen der Beläge an diesen Stellen wird sowohl die Entzündung des Zahnfleisches als auch die Entstehung von Karies in den Zwischenräumen verhindert. Der Zahnarzt, die Dentalhygienikerin oder die Dentalassistentin können die korrekte Anwendung zeigen und erklären.

Für sehr weit eröffnete Zahnzwischenräume kommen Interdentalbürsten (auch Spiralbürsten genannt) in Frage. Mit der Interdentalbürste wird keine Zahnpasta verwendet, da die abschleifende Wirkung zu gross wäre.

Zur Reinigung der Zahnzwischenräume im vollständigen zweiten Gebiss (ab 13–14 Jahren): Das Zahnhölzchen, das zur Hygiene verwendet wird, ist nicht einfach ein runder Zahnstocher; das Hölzchen soll im Querschnitt dreieckig sein und sich in dieser Form nach vorne verjüngen. Für enge Zwischenräume sollte es möglichst fein sein.