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Arzneimittellehre




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Was sind Arzneimittel?

Arzneimittel sind chemische hergestellte, menschliche, tierische, mikrobielle oder pflanzliche Wirkstoffe bzw. Wirkstoffverbindungen, die dem Körper auf verschiedenen Wegen zugeführt werden mit dem Ziel, ihn bzw. seinen Stoffwechsel zu beeinflussen.

Was sollen Arzneimittel bewirken?

Arzneimittel sollen:

  • Krankheiten verhüten oder heilen
  • Schmerzen lindern oder beseitigen
  • Diagnostischen Zwecken dienen
  • Den physischen (körperlichen) und psychischen (seelischen) Zustand positiv beeinfglussen
  • Körpereigenen Substanzen ersetzen

Merke

Ein Arzneimittel kann bei falscher Anwendung und Dosierung auch schädliche (giftige) Wirkungen haben. Die heilenden und schädigenden Wirkungen werden von folgenden Wissenschaften untersucht, die eng zusammenarbeiten:

Pharmakologie

Lehre über die Art und von der Zusammensetzung der Arzneimittel sowie deren Wirkungen und Indikationen (gr. Pharmacon: Heilmittel)

Toxikologie

Lehre von den Giften und deren Wirkungen auf den Körper (gr. Tox- : Vorsilbe Gift-)

 
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Arneimittel werden hergestellt aus:

  • Chemischen Elementen und Verbindungen (z.B.Lokalanästhetika
  • Pflanzen und einzelnen ihrer Bestandteilen (z.B. Tees, Vitamine)
  • Menschlichen und tierischen Produkten (z.B. Hormone, Enzyme)
  • Mikroorganismen und deren Stoffwechselprodukten (z.B. Penicilline)

Früher war dies die Aufgabe des Apothekers. Heute werden überwiegend von der pharmazeutischen Industrie Fertigpräparate hergestellt und vom Apotheker verkauft.

 
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Gesetzliche Vorschriften

Arzneimittelgesetz

Wenn von der Pharmaindustie ein neues Medikament entwickelt wird, kann es nicht einfach von der Industrie hergestellt und von Ärzten verschrieben werden. Zuerst muß es sorgfältig auf seine Heil- und Nebenwirkungen geprüft werden. Dies erfolgt in der Regel zuerst in Tierversuchen, dann wird das Medikament bei Gesunden und Kranken ausprobiert. Sobald das Medikament die Vorschriften des Arzneimittelgesetzes (AMG) erfüllt, kann vom Bundesgesundheitsamt (BGA) die Zulassung ausgesprochen werden. Das Medikament darf nun verwendet werden, wobei die Wirkung weiter kontrolliert wird.

Die auf dem Dentalmarkt angebotenen Füllungsmaterialien unterliegen dem gleichen Verfahren, da die Füllungen im Mund verbleiben.

Im Arzneimittelgesetz sind außer den Vorschriften für die Prüfung und Zulassung von Medikamenten auch die Vorschriften für die Herstellung, die Kontrolle, die Verschreibung und die Abgabe von Arzneimitteln enthalten.

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  Wir unterscheiden bei der Einteilung der Medikamente nach:

a) Freiverkäufliche Arzneimittel

die außer in Apotheken auch in Drogerien, Kaufhäusern und Supermärkten verkauft werden. Es ist keine Verschreibung durch den Arzt notwendig.

Zahnpasten, Mundspülflüssigkeiten, Haarwasch- und sonstige Pflegemittel, Kräutertees und ähnliche Stoffe gelten - trotz ihrer Einwirkung auf den Körper - nicht als Arzneimittel, sondern als Lebensmittel, Kosmetika oder Gebrauchsgegenstände
 
b) Apothekenpflichtige rezeptfreie Arzneimittel

dürfen nur von Apotheken abgegeben werden

 
c) Rezeptpflichtige Arzneimittel

dürfen nur von Apotheken gegen ein gültiges Rezept abgegeben werden


 
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Betäubungsmittelgesetz und -verschreibungsordnung

Die Verschreibung und Abgabe von Betäubungsmitteln wird vom Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und von der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) festgelegt. Zu den Betäubungsmitteln gehören auch die Drogen Morphium, Kokain, Opium und deren Derivate. Betäubungsmittel unterliegen sehr strengen Bestimmungen. Die Abgabe aufgrund einer zahnärztlichen Verordnung ist daher sehr selten.

Arzneimittelverordnung

Rezeptpflichtige Medikamente dürfen nur von approbierten Ärzten und Zahnärzten verordnet werden. Dazu schreibt der Arzt dem Patienten in der Regel über das Medikament, das dieser einnehmen oder anwenden soll, ein Rezept aus. Die schriftliche Anordnung des Arztes an den Apotheker muß von diesem strikt befolgt werden, d.h. er darf keine anderes, wenn auch ähnliches Medikament abgeben und keine andere Darreichungsform oder Menge verkaufen. Juristisch gesehen ist das Rezept eine Urkunde, die leserlich und dokumentenecht geschrieben werden muß. Das Rezept muß immer Datum und Unterschrift des Arztes tragen. Eigenmächtige Änderungen stellen eine Urkundenfälschung dar.


Privatrezept

Ein Privatrezept muß folgende Angaben enthalten:

  1. Name, Anschrift, Telefonnummer des verschreibenden Arztes, Datum und Berufsbezeichnung (z.B. Zahnarzt, Internist, prakt. Arzt)
  2. Bezeichnung des verschriebenen Arzneimittels mit Form und Abgabenmenge
  3. Name und Anschrift des Patienten, für den das Arzneimittel bestimmt ist
  4. eigenhändige Unterschrift des verschreibenden (Zahn-)Arztes


Kassenrezept

Während bei Privatrezepten keine speziellen Formulare vorgeschrieben sind, müssen für kassen(zahn)ärztliche Rezepte vorgedruckte Arzneiverordnungsblätter benutzt werden. Dabei müssen folgende Angaben gemacht werden:

  1. Bezeichnung und Ort der Krankenkasse
  2. Name, Vorname, Geburtsdatum und Arbeitgeber des Versicherten
  3. Name, Vorname, Geburtsdatum und Anschrift des Patienten
  4. Ausstellungsdatum des Rezeptes
  5. Bezeichnung, Darreichungsform und Menge des Arzneimittels
  6. Stempel des Kassen(zahn)arztes mit der Zulassungsnummer
  7. eigenhändige Unterschrift des verschreibenden (Zahn-)Arztes

Ergänzend sind auf dem Formular noch Vermerke anzukreuzen, ob der Patient beispielsweise gebührenpflichtig oder -frei, als Mitglied, Familienangehöriger oder Rentner versichert ist.

Auf Privat- oder Kassenrezepten kann für den Patienten eine Anweisung zur Einnahme des Medikamentes eingetragen werden.(Signatur = S.)

Ein Rezept ist sechs Monate gültig, wenn es nicht zeitlich befristet wurde.

 
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Betäubungsmittelrezept

Ein Betäubungsmittelrezept darf nur verschrieben werden, wenn mit anderen Mitteln keine ausreichende Wirkung erzielt werden kann. Von der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung ist festgelegt, welche Arzneimittel darunterfallen. Die Rezeptformulare müssen vom Bundesgesundheitsamt angefordert werden. Sie bestehen aus drei amtlichen Formblättern, von denen zwei zur Vorlage in der Apotheke bestimmt sind, während das dritte zur Kontrolle drei Jahre in der Praxis aufbewahrt werden muß. Das Rezept ist nur 7 Tage gültig. Beim Ausstellen eines Betäubungsmittelrezeptes muß besonders auf folgende Angaben geachtete werden:

  1. Bezeichnung des Arzneimittels, Arzneimittelform, Betäubungsmittelgehalt nach Gewicht, Stückzahl
  2. Gebrauchsanweisung mit genauer Dosierungsangabe


Sprechstundenbedarf

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen bestimmten Sprechstundenbedarf, d.h. die Kosten für einige Arzneimittel und Materialien. Üblicherweise geschieht dies jedes Vierteljahr. Bei der Verordnung müssen folgende Angaben gemacht werden:

  1. Name der Krankenkasse
  2. «Sprechstundenbedarf»
  3. Angabe des Kalendervierteljahres
  4. Ausstel lungsdatum des Rezeptes
  5. Bezeichnung, Darreichungsform und Menge des Medikamentes
  6. Stempel des Kassen(zahn)arztes mit Zulassungsnummer
  7. eigenhändige Unterschrift des Arztes
  8. Kreis 9 ist anzukreuzen für Sprechstundenbedarf
 
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Arzneimittelformen


Arzneimittel kommen in vielfältigen Formen vor. Sie können fest, pulverförmig, streichfähig, flüssig oder gasförmig sein. Zum Teil sind die tatsächlich wirkenden Mittel mit Hilfsmitteln vermischt oder in Flüssigkeiten gelöst, um die Einnahme zu erleichtern. Die unterschiedlichen Formen der Arzneimittel haben Einfluß auf die Resorption ins Blut. Die Folge kann schnelle oder langsame, starke oder schwache Wirkung sein.

Tablette Wirkstoff liegt als gepreßtes Pulver vor
Dragee beschichtete Tablette
Kapsel Wirkstoff ist von einer im Körper löslichen und verdaulichen Hülle aus Gelatine oder Stärke umgeben
Zäpfchen
Suppositorium
Wirkstoff liegt in seiner Grundsubstanz vor, die im Körper schmilzt und den Wirkstoff freigibt
Pulver Mittel in zerkleinerter, feinpulverisierter, fester Form
Granulat Mittel in gekörnter Form zum Auflösen in Wasser
Salbe Wirkstoff liegt in einer fetthaltigen oder fettähnlichen Grundsubstanz vor
Creme wasserhaltige Salbe
Paste Salbe mit hohem Pulveranteil
Gel Wirkstoff liegt in einer Grundsubstanz aus Gelatine oder anderen Quellstoffen sowie Glycerin und Wasser vor gelöst vor
Lösung Wirkstoff liegt in Wasser oder Alkohol gelöst vor
Tinktur alkoholischer Auszug aus Drogen (pflanzlicher oder tierischer Herkunft)
Emulsion feinste Verteilung einer Flüssigkeit in einer anderen (z.B. Wasser in Öl)
Gas Stoff ohne bestimmte Form und ohne konstantes Volumen
Aerosol feste oder flüssige, in Luft feinverteilte Wirkstoffe

Vielfach werden Abkürzungen auf Rezepten verwendet, hier eine Auswahl:

ad us. prop.     ad usum proprium     zum eigenen Gebrauch
Aq. dest.     Aqua destilata     destilliertes Wasser
dil.     dilutus     verdünnt
fluid.     fluidus     flüssig
I.E.        internationale Einheiten
liq.     liquidus     flüssig
Mixt.     Mixtura     Mischung
Nr.     Numerus     Anzahl
OP.          OriginalPackung
pro. infant.     pro infantibus     für Kinder
Pulv.     Pulvis     Pulver
RP.     recipe!     nimm!
sol.     solutus     gelöst
Sol.     Solutio     Lösung
Supp.     Suppositoria     Zäpfchen
Tabl.     Tablettae     Tabletten
Tct.     Tinctura     Tinktur
Ungt.     Unguentum     Salbe
 

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Arzneimittelanwendung (Applikation)

Lokale Anwendung

Das Arzneimittel wird örtlich begrenzt angewendet, z.B. Salben, ( Einreiben)  Pflaster, Gurgellösungen, Umschläge, Lokalanästhetika. Die Wirkung wird nur an einem begrenzten Bereich erreicht, während der übrige Organismus weitgehend unbeeinflußt bleibt.

Systemische Anwendung

Die Arzneimittel gelangen (nach Einnahme oral, Einträufeln oder durch Injektion)durch Resorption ins Blut und werden im ganzen Körper verteilt. Dies kann durch enterale Anwendung (über den Verdauungstrakt) oder durch parenterale Anwendung (unter Umgehung des Verdauungstraktes) erreicht werden

 
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Prüfungsfragen

Was verstehen Sie unter enteraler und parenteraler Ernährung?

oder

Erklären Sie den Unterschied zwischen enteraler und parenteraler Ernährung

Enterale Anwendung

Die Aufnahme über den Verdauungstrakt erfolgt durch orale Aufnahme von Pulvern, Tabletten, Säften, Tropfen, Kapseln,   lingual über die Zungenschleimhaut oder rektal durch die Einführung von Zäpfchen in den Mastdarm.

Parenterale Ernährung

Bei der Injektion werden gelöste Arzneimittel in den Körper eingespritzt.

Injetionsarten  
intracutan (i.c.) in die Haut
subcutan (s.c.) unter die Haut
intramuskulär (i.m.) in eine Muskelpartie
intravenös (i.v.) in eine Vene
intraarteriell (i.a.) in eine Arterie
intraligamental (i.l) in die Zahnhaltefasern (intraligamentär)

Bei der Infusion werden größere Flüssigkeitsmengen wie Blut- und Blutersatz oder flüssige Nahrung, langsam, meist tropfenweise z.B. über Venen, Darm oder Knochen zugeführt.

Bei der Inhalation werden Aerosole oder Gase über die Atemwege und die Lungen aufgenommen.

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Arzneimittelgruppen


Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie gibt jedes Jahr ein Buch heraus, in dem insgesamt über 30 000 Fertigpräparate in rund 1200 Darreichungsformen erfaßt sind: die Rote Liste 

Die Fertigarzneien sind dabei alphabetisch nach Arzneimittelgruppen geordnet. In der zahnärztlichen Praxis werden verhältnismäßig wenig unterschiedliche Arzneimittel verwendet.


Schmerzlinderung und -ausschaltung

Die Schmerzbehandlung nimmt im zahnmedizinischen Bereich den ersten Platz in der Reihe der verendeten Medikamente ein. Schmerzmittel (Analgetika) hemmen die sogenannten Schmerzstoffe (Prostaglandine) am Ort ihrer Einwirkung auf das Körpergewebe (periphere Wirkung).

Bei schwersten Schmerzzuständen werden mit allgemein wirkende Betäubungsmittel eingesetzt, die die Schmerzzentren im Gehirn beeinflussen. Sie unterliegen überwiegend der Betäubungsmittelverordnung, um einem Mißbrauch vorzubeugen und eine Abhängigkeit zu vermeiden.

Lokal wirkende Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) werden zur Schmerzausschaltung bei zahlreichen zahnärztlichen Eingriffen angewendet und werden im Rahmen des Kapitels Anästhesie behandelt.


Antiinfektiöse Medikamente

Prophylaktisch und therapeutisch werden Chemotherapeutika gegen Infektionen eingesetzt, die bereits bestehen oder im Verlauf der Behandlung eintreten können. Ihre Wirkung beruht darauf, daß sie Mikroorganismen, weitere Parasiten und Tumorzellen hemmen oder abtöten. Vorsorglich verabreichte Chemotherapeutika erleichtern auch chirurgische, paodontologische und implantologische Eingriffe.

Antibiotika sind Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen mit bakterizider (keimtötender) oder zumindest bakteriostatischer (keimhemmender) Wirkung. Jedes Antibiotikum wirkt nur auf bestimmte Bakterien. Ist eine gezielte Behandlung nicht möglich, werden  Breitbandantibiotika eingesetzt, die gegen eine große Zahl von Bakterien wirken. Zur Bekämpfung der Virus- und Pilzerkrankungen sind spezielle Virustatika und Antimykotika erforderlich. Auf die Anwendung von Impfstoffen als Vorbeugung gegen die Hepatitis B, Influenza (Grippe) und andere virale Erkrankungen wurde bereits im Kapitel Hygiene hingewiesen.

Als Antiseptika werden Stoffe mit keimhemmender Wirkung bezeichnet. Sie werden u.a. zur direkten Wundbehandlung eingesetzt. Zu den Antiseptika gehören z.B. Chlorhexidin und Wasserstoffsuperoxid Lösungen.


Beruhigung- und Schlafmittel

Beruhigungs- und Schlafmittel können in der Praxis eingesetzt werden, um Angst und Erregungszustände von Patienten zu mildern.

Sedativa sind Beruhigungsmittel. Sie setzen die Erregbarkeit des Zentralnervensystems herab. Dadurch wird Reizbarkeit, Unruhe, Tätigkeits- und Bewegungsdrang gedämpft

Hypnotika sind Schlafmittel, die in geringen Dosen jedoch nur beruhigend wirken.

Psychopharmaka (Tranquilizer, Beruhiger) beeinflussen das menschliche Verhalten. Schon in geringer Dosierung werden Angst und Spannungszustände beseitigt, gleichzeitig bewirken sie eine Muskelentspannung. Das Bewußtsein wird noch nicht beeinflußt. Bei Einnahme von Psychopharmaka über einen längeren Zeitraum hinweg tritt jedoch meist eine Persönlichkeitsveränderung sowie Gleichgültigkeit und Motivationsverminderung auf.


Entzündungshemmende Mittel

Wirken auf den Körper schädigende Reize, z.B. Hitze, so kommt es als Abwehrreaktion des Körpers zu einer Entzündung.

Entzündungshemmende Medikamente wie die Antiphlogistika verhindern die Bildung von Entzündungen und die dabei auftretenden Schwellungen (Ödeme).

Zu den Antiphlogistika gehören:



  1. Kortikoide:  Medikamente, die sich von den in den Nebennierenrinde gebildeten Hormonen ableiten. Sie werden in Form von Tabletten, Salben und Pasten verwendet.
  2. (peripher wirkende)Analgetika:Schmerzmittel, die auch entzündungshemmende Wirkungen haben
  3. pflanzliche Stoffe:z.B. Kamillenextrakte


Arzneimittelgruppen

Analgetika Schmerzmittel
Antiallergika Mittel gegen die Symptome bei allergischen Erkrankungen
Antibiotika Mittel mit bakterizider oder bakteriostatischer Wirkung
Antimykotika Mittel mit fungizider Wirkung (gegen Pilze)
Antiphlogistika entzündungshemmende Mittel
Antipyretika fiebersenkende Mittel
Chemotherapeutika Sammelbezeichnung für Mittel gegen Mikroorganismen und Geschwulstzellen
Hämostyptika Mittel zur Blutstillung
Hypnotika Schlafmittel
Kardiaka Herzmittel
Lokalanästhetika Betäubungsmittel mit örtlicher Wirkung
Narkotika Betäubungsmittel mit allgemeiner Wirkung
Psychopharmaka die Psyche beeinflussende Mittel
Sedativa Beruhigungsmittel
Virostatika Mittel gegen Viren
Zytostatika Mittel zur Hemmung der Zellteilung

Nebenwirkungen


Arzneimittel haben nicht nur heilende Wirkung. Bei den meisten Medikamenten können zusätzlich Nebenwirkungen auftreten. Sie können entstehen, da das Medikament durch die Verteilung im Körper über den Blutweg auch auf gesunde Organe und Gewebe einwirkt.

Häufige Nebenwirkungen:


  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Schädigung des Kindes im Mutterleib
  • Funktionsstörungen oder Schädigungen von Leber, Niere, Magen, Herz,     Kreislauf oder Nervensystem.

Bei der Einnahme von mehreren Medikamenten gleichzeitig kann es zu Wechselwirkungen kommen. Im ungefährlichsten Fall heben sich die Medikamentenwirkungen gegenseitig auf. Es kann jedoch auch zu einer Potenzierung der Wirkung mit toxischen Auswirkungen kommen. Auch mit Alkohol treten Wechselwirkungen auf.

Bei der Kontraindikation (Gegenanzeige) ist aufgrund einer bestimmten Krankheitssituation die Anwendung eines Medikamentes nicht angeraten. Ist z.B. eine Allergie gegen einen in einem Medikament enthaltenen Wirkstoff bekannt, darf dieses Medikament nicht verschrieben werden.

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen müssen im Beipackzettel genauestens erfaßt sein. Der verordnende Arzt muß die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen der von ihm verschriebenen Medikamente kennen und dem Patienten entsprechende Anleitung geben. Das schließt auch Mitteilungen über eine eingeschränkte Verkehrstüchtigkeit sowie Hinweise zum sorgfältigen Lesen des Beipackzettels ein. Aufgrund der Möglichkeit einer fruchtschädigenden Wirkung von Arzneimitteln sollte gerade zu Beginn der Schwangerschaft versucht werden, weitgehend auf die Einnahme von Medikamenten zu verzichten.

     

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