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Infektionswege




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II. Infektionsarten und Infektionswege

Den verschiedenen Infektionen ist gemeinsam, daß die Erreger von außen kommen und in den Organismus eindringen müssen.
Die Art des Erregers, der Weg, auf dem die Erreger zum zu infizierenden Organismus gelangen und die Eintrittspforte, durch welche die Erreger in den Organismus eindringen, sind Kriterien, um die Infektionen in verschiedene Arten einzuteilen. Darüber hinaus dienen gelegentlich auch der Ort, an dem die Infektion erworben wurde, die Art der Ausbreitung in einer Bevölkerung und das Ausmaß der Ausbildung von Krankheitsanzeichen als Einteilungshilfe:

  1. Einteilung der Infektionen nach der Eintrittspforte:
    • parenterale Infektionen (außerhalb des Darms):
      • perkutane Infektionen (über die Haut)
      • permuköse Infektionen (über die Schleimhäute)
      • Inhalationsinfektionen (über die Lunge)
    • enterale Infektionen (über den Darm)
    • Wundinfektionen (über eine künstlich geschaffene Pforte)
  2. Einteilung der Infektionen nach dem Übertragungsweg:
    • direkte Übertragung von Mensch zu Mensch (sexuelle Kontakte, Blutkontakt ...)
    • indirekte Übertragung von Mensch zu Mensch (Schmierinfektionen durch Hände, Handtücher, Abwasser, Fäkalien ...)
    • unmittelbare Infektionen aus der Umwelt (Tröpfchen- oder Staubinfektion, Nahrung, Wasser ...)
    • direkte Übertragung von Tier (insbesondere Insekten) zu Mensch (durch Biß, Stich ...)
    • indirekte Übertragung von Tier zu Mensch (Streicheln, Fäkalien ...)
     
  3. Einteilung der Infektionen nach dem Ort des Erwerbs der Infektion

  4. Hier unterscheidet man von den "normalen" Infektionen die nosokomialen Infektionen. Diese werden im Krankenhaus erworben. Das medizinische Personal oder die medizinischen Instrumente stellen hierbei die häufigsten Infektionsquellen dar.
  5. Einteilung der Infektionen nach der Art ihrer Ausbreitung
    • Epidemie:

    • Anhäufung vieler Fälle einer Infektionskrankheit in einem bestimmten Zeitabschnitt; seuchenzugartige geographische Ausbreitung
      • Explosionsepidemie: schneller Anstieg der Zahl der Infizierten (Übertragung durch Wasser, Lebensmittel ...; z.B. Cholera, Typhus ...)
      • Tardivepidemie: langsamer Anstieg der Zahl der Infizierten (Übertragung durch Kontakt; z.B. Pest, Pocken, Grippe ...)
    • Endemie:

    • ständiges, mehr oder weniger häufiges Auftreten einer Infektionskrankheit in einer Bevölkerung. Dabei kann es zu Verdichtungswellen alle 5 - 8 Jahre kommen (z.B. Röteln, Mumps, Masern, Keuchhusten ...).
  6. Einteilung der Infektionskrankheiten nach dem Umfang der durch sie verursachten Krankheitsanzeichen
    • inapparente (subklinische) Infektion: Eine Infektion liegt vor, verursacht beim Infizierten aber keine Krankheitsanzeichen. Das Abwehrsystem des Körpers beseitigt die Erreger vollständig.
    • apparente (klinische) Infektion: Die Infektion verursacht deutliche Krankheitsanzeichen an der Infektionsstelle (Rötung, Schwellung, Schmerz ...) oder im ganzen Körper (Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen ...)
    • latente Infektion: Hier können die Erreger vom Immunsystem nicht vollständig vernichtet werden. Sie leben im Infizierten nach einer inapparenten oder apparenten Infektion und können von diesem auf andere Menschen übertragen werden.
  7. Einteilung der Infektionskrankheiten nach der Art des Erregers Je nach der Art des Erregers, der die Infektionskrankheit verursacht, werden folgende Infektionskrankheiten unterschieden:
  8. Organismus Kennzeichen Beispiele
    Bakterien Sie zählen zu den Prokaryonten, weil sie keinen Zellkern besitzen. Dadurch können sie sich aber auch viel schneller vermehren als "normale" Zellen Eitererreger, Salmonellen, Darmbakterien ... (Sonderformen z.B. Chlamydien)
    Viren Sie sind die kleinsten Erreger, da sie nur aus Erbinformation bestehen, die in einer Hülle verpackt ist. Sie können sich nicht selber vermehren, sondern müssen dazu ihr Erbmaterial in das ihrer Wirtszellen einschleusen Grippe-, Hepatitis-, AIDS-, Herpes, Maser-, Mumps-, Rötelvirus
    Pilze faden- bzw. netzartige Erreger, die als Infektionserreger lebendes Material zersetzen Hefepilze (Entzündungen), Schimmelpilze (Vergiftungen) ...
    Protozoen Einzellige Organismen mit einem Zellkern. Erreger von Malaria, Schlafkrankheit, zahlreichen tropischen Fiebererkrankungen ...
     


 

      

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